Leishmaniose

 

Informationen für alle, die einen Hund aus südlichen Ländern adoptieren möchten, oder bereits adoptiert haben. Ernähren Sie Ihren Hund von Anfang an gesund und ausgewogen. Hierzu können wir Ihnen u.a. folgende Literatur empfehlen: “Natural Dog Food” und “Katzen würden Mäuse kaufen” Sorgen Sie für ein starkes Immunsystem Ihres Hundes. Stressfaktoren können dieses schwächen. Meist bricht die Krankheit zu solchen Zeitpunkten aus, in denen Sie selbst oder Ihr Vierbeiner unter massiven Stress leiden. Dabei überträgt sich Ihre Unruhe auch auf den Hund. Seien Sie daher bemüht, Ihrem Hund einen stabilen und harmonischen Alltag zu bieten.

 

Lassen Sie Ihren Hund ab dem ersten Lebensjahr auf Mittelmeerkrankheiten testen. So können Sie bereits vor Ausbruch der Krankheit therapieren. Sollte der Test positiv ausfallen, geraten Sie nicht in Panik. Rechtzeitig erkannt sind diese Erkrankungen sehr gut behandelbar. Suchen Sie hierzu nur Tierärzte mit entsprechender Erfahrung zu diesem Themenkreis auf, bei denen Sie sich auch emotional gut aufgehoben und betreut fühlen.

 

Planen Sie mit Ihrem Vierbeiner einen Urlaub in südlichen Ländern, empfehlen wir das Schutz-Halsband “Scalibor Protectorband”, welches bis zu einem Jahr vor dem Stich der Sandmücke (Überträger) schützt. Dieses Band zeigt auch Wirkung gegen Flöhe und Zeckenbisse. Ist Ihr Hund bereits positiv getestet, schützen Sie mit diesem Halsband auch andere Artgenossen, da Ihr Hund den Überträger ja abwehrt. Sandmücken stechen nur schlafende Tiere, da sie bis zu fünf Minuten ungestörte Ruhe zum Blut saugen benötigen. Sandmücken fliegen kaum höher als zwei Meter. Somit kann schon ein Schlafraum im ersten Stock eines Hauses verbunden mit einem Mückennetz Ihren Hund recht gut schützen. 

 

Erfahrungsbericht unserer Tierschützerin Michaela:

Das erste Mal hatte ich vor ein paar Jahren mit Leishmaniose zu tun. Damals fanden wir einen Rottweiler, der daran erkrankt war. Wir therapierten ihn mit “Milteforan” und “Zylapour” (Allopurinol). “Milteforan” muss 28 Tage lang gegeben werden. Dabei ist es ganz wichtig, die Dosierung genau dem Körpergewicht anzupassen und zwischendurch das Gewicht immer neu zu kontrollieren. Die Dosis ist somit stets zu aktualisieren.

MENIO, so heißt der Hund, ging es zunächst während der Therapie ganz schlecht. Er verlor fast sein komplettes Fell. Seine Augen mussten ständig gereinigt werden, damit er überhaupt etwas sehen konnte und er nahm bis auf 16 Kg ab. Er war so schwach, dass ihn ein heftiger Windstoß umgeworfen hätte. Niemand erkannte ihn mehr als einen Rottweiler. Er lag die meiste Zeit wie ein Häufchen Elend in seiner Ecke. Damals überlegte ich tatsächlich häufig, ob ich das Richtige tue, oder ob es nicht besser wäre, ihn zu erlösen. Die 28 Therapietage aber waren fast abgeschlossen und meine Tochter ermunterte mich, diese Therapie weiterzuführen. Kurz vor deren Ende begann plötzlich Menios Fell wieder zu sprießen. Das war das Zeichen, dass sich etwas Positives tut. Wir machten also weiter. Als die “Milteforan-Gabe” abgeschlossen war, erholte sich Menio zusehend. Seine Augen besserten sich, sein Fell wuchs und er nahm an Gewicht zu. Nun war er wieder deutlich als Rottweiler zu erkennen. Bald darauf brachte er dann stolze 36 Kg auf die Waage. Sechs Monate nach Therapieende sollte man erneut einen Bluttest machen. Das taten wir und dabei war keine Leishmaniose mehr nachweisbar. Das bedeutet zwar nicht, dass die Leishmaniose verschwunden ist, sie ist nur aktuell nicht mehr aktiv. Das Ganze ist jetzt schon fünf Jahre her und währen der ganzen Zeit geht es Menio sehr gut. Selbst das “Zylapour” habe ich viele Jahre nicht mehr geben müssen. Da seine Augen aber jetzt doch wieder zu tränen beginnen, bekommt er seit ein paar Monaten wieder dieses Mittel. Kommende Woche ist ein erneuter Bluttest fällig.

 

Dann kam HOPE. Sie ist eine ältere Hündin, die neben Leishmaniose auch noch einen Tumor hatte. Bei ihr war die Leishmaniose nicht offensichtlich. Unser Tierarzt hatte jedoch bei der Untersuchung einen Verdacht, der sich leider bewahrheitete. Hope überstand die folgende Therapie aber unbeschadet und verlor nicht an Gewicht. Selbst die Augen waren die ganze Zeit über klar und sie verlor auch kein Fell. Kurz nach Beendigung der Therapie entfernten wir sogar den Tumor und sie wurde kastriert. Hope lebt heute in Schweden.

 

Mein dritter Leishmaniose-Hund war MIRNA. Sieh sah schrecklich aus, als sie zu mir kam. Sie war stark abgemagert, ihr Fell hatte Flecken und ihre Krallen waren extrem lang, beides typische Anzeichen für Leishmaniose. Während der ganzen Therapie nahm sie kein Gramm zu, überstand diese Periode dafür aber problemlos. Nach Therapieende konnte man täglich zusehen, wie sie an Gewicht wieder zunahm. Ein Bluttest steht noch aus.

 

Der arme REX litt ebenfalls an Leishmaniose. Sie ging ihm besonders auf das Fell. Er hatte über den ganzen Körper verteilt extrem viele und große Schuppen. Seine Augen waren rot umrandet. Das Fell fehlte an den Ohren gänzlich und er zeigte zudem viele Flecken im Gesicht. Außerdem war er stark abgemagert. Das änderte sich auch nicht während der Therapie. Nur sein Gesichtsausdruck wurde langsam wacher und ein paar Flecken verschwanden. Nun, nachdem die Therapie abgeschlossen ist, macht er ganz große Fortschritte. Er hat wieder Fell an den Ohren, keine Flecken mehr im Gesicht, hat deutlich zugenommen und die Schuppen sind auch so gut wie verschwunden.

 

Aus meinen bisherigen Erfahrungen kann ich daher nur sagen, Leishmaniose ist eine Krankheit, die zwar nie ganz verschwindet, aber sehr gut zu behandeln ist. Den befallenen Hunden kann so jedenfalls ein erfülltes Leben ermöglicht werden. Wichtig ist nur, dass man rechtzeitig eine Vorsorge-Untersuchung machen lässt und sofort mit der Therapie beginnt, um Schäden an der Niere oder der Leber zu vermeiden.

 

Es gibt diverse Leishmaniose-Foren und auch Websites, die sich mit dem Thema beschäftigen. wo man sich weitere Informationen holen kann.